Die Revolution am Schneidetisch

Samtag, 29.11.2019, 16:30 Uhr
Filmforum im Museum Ludwig

Zwei Filme von Mohammad Reza Farzad

Into Thin Air (Gom-o Goor)
Dokumentarfilm, IR 2008, 26 min.

Blames and Flames (Falgoush)
Dokumentarfilm, IR 2011, 28 min.

R: Mohammad Reza Farzad

Mohammad Reza Farzad setzt sich in einem intensiven Schnittprozess mit der Wirkung und Nachwirkung filmischer Bilder auseinander.

In „Into Thin Air“, aus dem Jahr 2008, betrachtet er eine anonyme, knapp einminütige Aufnahme des Massakers vom 8. September 1978: An dem sogenannten „Blutigen Freitag“ schießen Soldaten während einer Ausgangssperre in die auf dem Teheraner Jaleh-Platz versammelten Menschen. Farzad verfolgt einen namenlosen Passanten, fragt nach der Identität der Opfer und nach Formen politischer Gewalt.

„Blames and Flames“ nähert sich der Situation des Jahres 1978/1979 aus der Perspektive des Kinos: Anspruchsvolle iranische Filme werden zugunsten ausländischer oder billig produzierter Streifen zensiert, mehrere Lichtspielhäuser werden geschlossen oder niedergebrannt – fast 30 in Teheran, 130 landesweit (siehe „The Deer“). „Warum das Kino?“ fragt Farzad, indem er Filmmaterial von damals betrachtet – Interviews mit Passanten, Straßenszenen, Ausschnitte populärer Filme – und neu montiert.

Im Anschluss Publikumsgespräch!

Bio

Mohammadreza Farzad (*1978) ist einer der profiliertesten iranischen Dokumentarfilmemacher; seine Filme liefen mehrfach auf der Berlinale. Farzad setzt sich in einem intensiven Schnittprozess mit der Wirkung und Nachwirkung filmischer Bilder auseinander. Er unterzieht kurze Szenen, Randfiguren, scheinbar Nebensächliches, Familienvideos und Archivmaterial einer genauen Befragung und fördert dabei Neues und Überraschendes zutage.

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